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Sonntag, 20. Juli 2008

Gefüllte Zucchiniblüten mit fruchtiger Tomaten-Zucchinisauce


Hier kommt ein Sommerrezept, dessen Zubereitung Spannung und Spaß verspricht – Bastler und Tüftler, aufgepasst! Das Ergebnis schmeckt absolut köstlich und entschädigt voll und ganz für den etwas höheren Aufwand der Herstellung. Und es macht auch ordentlich Eindruck, denn wann gibt’s schon mal gefüllte Blumen zu verputzen? Gäste freuen sich bestimmt darüber, aber auch zum Sich-selbst-Verwöhnen ist es vortrefflich geeignet. Da die saisonalen Grenzen recht eng gesteckt sind (Zucchiniblüten gibt’s nur kurz, und man sollte sie nach dem Kauf auch rasch verarbeiten, am besten noch am selben Tag), lautet unser Rat: Ab auf den Markt, und dann auf in die Küche!


- für 3-4 Personen

10 Zucchiniblüten, nach Möglichkeit schon mit kleinen Zucchini dran
gutes Olivenöl
Grobes Meersalz (am besten Fleur de Sel)
Grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Füllung:
125 ml (sorry für das Volumenmaß – uns fehlt noch eine Küchenwaage) gute Semmelbrösel, in der trockenen Pfanne angeröstet
50-70 g Mandeln, in der Pfanne oder unter dem Grill des Backofens geröstet (Vorsicht, unterm Grill geht das recht schnell) und kleingehackt
ca. 6-8 EL Cashewsahne (Rezept hier)
2-3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
5 halbgetrocknete Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
Blätter von 1 kleinem Bund Basilikum, fein geschnitten
Meersalz
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Etwas Zitronensaft zum Abschmecken

Für die Sauce:
6 mittelgroße Tomaten, fein gewürfelt
4 kleine Zucchini (es sieht besonders schön aus, wenn man grüne und gelbe mischt), in kleine Würfel geschnitten
2-3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
2 Zehen Knoblauch, gepresst
4 halbgetrocknete Tomaten, in feine Würfel geschnitten
1 EL frischer Oregano, fein geschnitten
1 Handvoll Basilikum, fein geschnitten
1 Messerspitze Pimentón, mild (Pimentón ist ein spanisches Gewürzpulver aus geräucherten und dann gemahlenen Paprikaschoten, man findet es z.B. in Delikatess- und Spezialitätenläden)
Olivenöl
Salz
Zitronenpfeffer
1 EL Cashewsahne
ggf. etwas Wasser

Zubereitung:

Die Zucchiniblüten vorbereiten. Hierfür die Blütenblätter sehr (!) vorsichtig öffnen (Blütenblätter auseinander halten) und den Stempel in der Blüte entfernen.

Dann die Füllung zubereiten. Dafür geröstete Semmelbrösel und gehackte, geröstete Mandeln vermengen. Die Cashewsahne unterrühren. Frühlingszwiebelröllchen, halbgetrocknete Tomaten, Knoblauch und Basilikum dazu geben und die Mischung mit Salz und Pfeffer und wenig Zitronensaft abschmecken. Nach Wunsch kann etwas zusätzliche Cashewsahne und Wasser hinzugefügt werden. Die Konsistenz sollte tendenziell fest, jedoch auf keinen Fall trocken sein.

Für die Sauce das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. ¾ der frischen Tomatenwürfel hinzugeben und etwas weich werden lassen. Zucchiniwürfel zufügen und alles einige Minuten köcheln lassen. Halbgetrocknete Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Kräuter hinzugeben und die Sauce weiter köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Pimentón und Cashewsahne abschmecken und noch kurz garen. Zum Schluss, damit’s noch fruchtiger wird, die restlichen frischen Tomatenwürfel unterrühren und kurz ziehen lassen. Falls die Sauce zu dickflüssig ist, kann etwas Wasser untergerührt werden.

Die Zucchiniblüten direkt vor dem Füllen kurz in heißes Wasser tauchen und mit Küchenpapier vorsichtig trocken tupfen. Auch beim Füllen selbst muss man sehr vorsichtig sein, damit die zarten Blüten nicht zerreißen. Die Blütenblätter vorsichtig auseinander spreizen und mit einem kleinen Teelöffel die Füllung hineingeben. (Vermutlich könnte man hier auch gut einen Spritzbeutel verwenden bzw. einen Frischhaltebeutel, in den man die Füllung gibt und von dem man eine untere Ecke abschneidet.) Die Füllung vorsichtig andrücken und ggf. noch etwas mehr hineingeben, jedoch nur zu ca. 2/3 der Blütenhöhe füllen. Die Spitzen der Blütenblätter dann vorsichtig zusammendrehen und die gefüllten Zucchiniblüten auf ein mit Olivenöl bestrichenes Backblech oder eine Fettpfanne legen. Mit Fleur de Sel und etwas schwarzem Pfeffer bestreuen und mit ein wenig Olivenöl beträufeln.
Die Blüten mit Alufolie abdecken und im auf 225 ºC vorgeheizten Ofen etwa 10-15 Minuten backen. Dann die Alufolie wegnehmen, den Ofen auf „Grill“ umschalten und die Blüten weiterbacken, bis sie leicht gebräunt sind (aufgepasst – das kann fix gehen!).

Dazu passt gut: Gekochter Reis, besonders lecker fanden wir gestern eine Mischung aus Wild- und Naturreis (z.B. von Alnatura), Romana-Salat mit Kirschtomaten, Salatgurke, Frühlingszwiebeln, frischem Basilikum und Brunnenkresse und gerösteten Mandelstiften sowie einem Dressing mit weißem Balsamico. Und, wenn’s ein Weinchen sein darf – wir empfehlen einen fruchtig-trockenen, veganen provençalischen Rosé. Guten Appetit!

Sonntag, 29. Juni 2008

Provençalische Gemüsegenüsse


Gestern Abend war DIESES schlicht und einfach genau das Richtige: Sommerlich-südfranzösisch anmutende Gemüsekollektionen auf knusprig-dünnem Hefeteig, der einen hohen Anteil leckersten Bio-Olivenöles sein Eigen nannte. Dazu einen knackigen Romana-Salat mit frischen, ungeschälten, aber gewürfelten Salatgurken und einer dreifachen Dosis Kräuter-Allerlei; bei uns vollendeten Schnittlauch und köstliches großblättriges Basilikum aus unserem liebsten Göttinger Bio-Laden (Boyer in der Burgstraße) das Ganze. Drauf (also auf den Salat) einfach Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, gutes Olivenöl und wenig Balsamessig (oder anderen Essig, nach Vorliebe) geben, fertig und gut! So lässt sich ganz problemlos ein fußballfreier Abend bestreiten – das stärkt gleichzeitig die Hoffnung für die Zeit nach der Europameisterschaft.

Nun aber zum Hauptakteur, dem leckeren, von uns so getauften provençalischen Gemüsekuchen! Das Rezept ergibt in etwa ein Blech, also Essen für 3-4 Leute.


- für den Teig:

- 300-350 g Mehl
- ½ Würfel frische Hefe
- etwas warmes Wasser
- ca. 1 gestrichenen TL Meersalz
- eine kräftige Prise Zucker
- nach Belieben etwas frisch geriebene Muskatnuss
- 100-110 ml Olivenöl


- fürs Obendrauf:

- 200-250 g frischer Spinat

- 400 g Kirschtomaten (wir hatten nur rote, gern dürfen aber auch ein paar hübsche gelbe dabei sein), größere Exemplare können halbiert werden, ansonsten gerne ganz lassen
- 100-150 g Artischockenherzen mit Kräutern, in Achtel geschnitten und zerpflückt
- 100 g gemischte grüne und schwarze Oliven mit Kräutern, entsteint und halbiert
- einige sonnengetrocknete, eingelegte Tomaten, in feine Streifen geschnitten
- Nadeln von 1-2 Zweigen frischem Rosmarin
- 2 Knoblauchzehen, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

- Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- etwas brauner Zucker
- etwas Olivenöl zum Beträufeln
- einige frische Basilikum- und Raukeblätter, grob zerpflückt


- und so geht’s:


Zuerst den Teig vorbereiten. Dafür in einer Schüssel Mehl mit Salz und ggf. geriebener Muskatnuss vermengen. Eine Mulde in den Mehlberg drücken, darein die Hefe bröseln, mit dem Zucker bestreuen und etwas warmes Wasser draufgießen. Den Muldeninhalt mit wenig Mehl vom Schüsselrand zu einem Vorteig verrühren, ein sauberes Geschirrtuch über die Schüssel stülpen und an einem warmen Ort (z.B. auf der sonnenbeschienenen Fensterbank) 15 Minuten gehen lassen.

Inzwischen den Spinat blanchieren. Dafür die Blätter putzen, in einen Durchschlag geben und mit kochendem Wasser zweimal nacheinander übergießen. Kurz abkühlen lassen, gut ausdrücken und die Blätter in Streifen schneiden. Die Stielansätze der Kirschtomaten abschneiden.

Dann weiter mit dem Teig! Das Olivenöl zu den anderen Teigzutaten in die Schüssel geben, etwas warmes Wasser dazu (Achtung, nicht zu viel auf einmal, lieber später noch einmal nachgießen) und den Teig zügig und kräftig durchkneten, bis er geschmeidig ist und sich vom Schüsselboden löst. Nach Bedarf Wasser oder Mehl hinzufügen. Die Schüssel wieder abdecken und den Teig 30 weitere Minuten gehen lassen (warmer Ort, na klar).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 225ºC vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und das Blech damit auslegen (nach Bedarf noch etwas in Richtung Rand / Ecken drücken). Mit einer Gabel einige Male einstechen. Die Kirschtomaten(hälften) auf dem Teig verteilen, mit etwas Salz, Pfeffer und Zucker bestreuen und je eine dünne Knoblauchscheibe drauflegen. Den Spinat zwischen den Tomaten verteilen, Artischocken, Olivenhälften und die getrockneten Tomatenstückchen ebenfalls. Rosmarinnadeln und restlichen Knoblauch drüber geben und alles mit wenig Salz, noch weniger Zucker, aber nach Belieben reichlich frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Im Ofen 20-30 Minuten backen. Wenn das Gemüse durch und der Teig lecker goldbraun ist, kann man das Werk herausnehmen und – mit etwas Rauke und Basilikum dekoriert – noch warm servieren. Nicht verkehrt dazu: Ein trocken-fruchtiger Rosé aus der Provençe!

Sonntag, 15. Juni 2008

Clafoutis mit Himbeeren und Physalis

Liebe Gäste, es wird mal wieder Zeit für einen Nachtisch in unserem kleinen Wirtshaus! – So lautet unser Beschluss nach Durchsicht der bisherigen Einträge, denn es scheint sich ein nicht beabsichtigtes und sicherlich keinesfalls zu rechtfertigendes Ungleichgewicht der Grundgeschmacksrichtungen eingeschlichen zu haben. Darum präsentieren wir jetzt und hier ein süßes Werk, das bereits vor einiger Zeit entstand, aber ziemlich gut zum Sommer passt: Clafoutis mit Him- und Kapstachelbeeren, letztere auch bekannt als Physalis. Köstliche Kombination, und (neinneinnein, es kann nicht of genug gesagt werden) mal wieder frappierend, wie einfach eine vegane Variante eines französischstämmigen süßen Auflauf-Kuchens/Kuchen-Auflaufs gelingt, der laut Wikipedia nebst Obst der Wahl aus „Eierteig“ zu bestehen hat. Klar, nix Eierteig hier – Seidentofu tut’s genauso, am besten die etwas festere Version. Das Rezept stammt von einer unserer liebsten veganen Blog-Kolleginnen, Dayna McIsaac: nachzulesen hier, bei Vegan Visitor. Guten Appetit!

Gebackener weißer Spargel mit Rauke und ‚roasted garlic’-Spinat-Kartoffelpüree


Für 3-4 Personen, ca. 50 Minuten

Bei diesem köstlichen Spargelessen wird der Spargel nicht gedünstet oder gekocht, sondern einfach mit Olivenöl, Salz und Pfeffer (und, je nach Qualität des Spargels, auch mit einer Prise Zucker) im Ofen gebacken. Er behält so seine Vitamine und entfaltet sein besonders feines Aroma – das sich perfekt mit dem würzigen Kartoffelbrei und den zarten Raukeblättern verbindet.

1,5 kg weißer Spargel
500 g Spinat
einige kleine, zarte Raukeblätter
1,5 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
8-10 Zehen Knoblauch (keine Angst! wird geröstet und riecht deshalb nicht so stark...)
1-2 TL Limettensaft
2 Tassen Cashewsahne (das Rezept ist in unserem vorhergehenden Eintrag vom 8. Juni zu finden)
Olivenöl
Muskatnuss, gerieben
Wasser
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und ggf. etwas Zucker

Die Kartoffeln säubern und mit der Schale in kochendes Salzwasser geben, den Backofen auf ca. 220°C vorheizen.
Den Spargel schälen, den Ansatz abschneiden und auf ein Backblech legen (Tip: legt Backpapier drunter). In Olivenöl, Salz, Pfeffer und, je nach Qualität des Spargels (falls er etwas bitter schmeckt), einer Prise Zucker wenden, mit Alufolie abdecken und so lange backen, bis der Spargel weich ist und seine Spitzen einen goldenen Farbton annehmen. Falls der Spragel bereits gar, aber noch blass ist, einfach für einige Minuten den Grill des Backofens einschalten (Achtung, das Bräunen geht dann fix!).
In der Zwischenzeit den Spinat waschen und, damit er etwas zusammenfällt, in einem Durchschlag mit kochendem Wasser übergießen, ausdrücken und in feine Streifen (1 cm) schneiden.
Die weichen Kartoffeln abgießen und schälen. Jetzt die abgezogenen Knoblauchzehen in reichlich Olivenöl goldbraun rösten und währenddessen die Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer auf niedriger Flamme zerkleinern. Den Knoblauch samt Olivenöl zu den Kartoffeln geben – ebenso die Cashewsahne sowie nicht zu wenig Salz und Pfeffer – und weiter stampfen, bis der Brei eine cremige und gleichzeitig fluffige Konsistenz bekommt. Fehlende Flüssigkeit kann mit Wasser ausgeglichen werden. Jetzt noch vorsichtig mit Muskatnuss (hier wirken schon kleinste Mengen...) und Limettensaft abschmecken. Zusammen mit dem Spargel auf vorgewärmten Tellern und darüber gestreuten Raukeblättern, dazu einem frischen, trockenen Riesling, servieren.

Sonntag, 8. Juni 2008

Pasta mit weißem und grünem Spargel in Zitronen-Basilikumsauce


Dauer (inkl. Vorbereitung): ca. 35 Minuten


...das perfekte Essen für einen lauen Sommerabend im Amselgezwitscher – dieses leichte Nudelgericht ist eine unserer neuen Spargelvariationen, die beweisen, dass die köstlichen Stangen viel spannender aufgetischt werden können als gekocht in der immer gleichen Kombination mit Kartoffeln und Butter.

Für 3 Personen

1500 g weißer und grüner Spargel
Cashewkerne (nicht geröstet, nicht gesalzen)
Abgeriebene Schale und Saft einer Zitrone
1 Bund Basilikum
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
Olivenöl
Wasser
Weißwein
Salz, Pfeffer und etwas Zucker

500 g Pasta (z.B. Penne)

Zuerst die Cashewsahne für die Soße vorbereiten. Dazu die Cashewkerne in einem abgedeckten Gefäß mit dem Pürierstab zerkleinen (laut!) und nach und nach etwas Wasser dazugeben. Die Cashews so lange pürieren, bis ein feiner Brei mit sahniger Textur entsteht.
Danach den weißen Spargel bis zum Kopf schälen, den grünen ggf. nur dort, wo er etwas holzig ist. Den Spargel in 5 cm lange Stücke schneiden, den Ansatz jeweils entfernen.

In einer großen Pfanne reichlich Olivenöl erhitzen und den Spargel in zunächst großer Hitze ca. 2 Minuten lang anbraten. Die Pfanne abdecken und die Hitze um die Hälfte reduzieren. Nach und nach den Zucker (ca. 1 TL), den Knoblauch, einige Prisen Salz und Pfeffer und ein Glas Weißwein hinzugeben. Den Spargel in der abgedeckten Pfanne garen lassen und in der Zwischenzeit die Nudeln kochen.

Sobald der Spargel im eigenen Sud kocht und etwas weicher geworden ist, werden die Zitronenschale, 2 EL Zitronensaft und ca. 1 Tasse Cashewsahne hinzugefügt. Die Sauce nun noch mit Salz, Pfeffer und ggf. noch etwas Zitronensaft abschmecken. Da die Cashewsahne sehr gut bindet, bei Bedarf noch etwas Flüssigkeit (Wasser und/oder Weißwein) zur Sauce geben und kurz köcheln lassen. Zum Schluss eine Hand voll kleingezupfter Basilikumblätter unterrühren.

Den Spargel und die Sauce zusammen mit den Nudeln servieren und mit einigen kleinen Basilikumblättchen bestreuen. Dazu passt ein italienischer Chardonnay oder ein guter badischer Grauburgunder.

Sonntag, 2. März 2008

Spitzkohl-Kartoffelplätzchen mit Roter Bete und Dill - und ein Vorgeschmack auf den Frühling!


Draußen ist es zwar stürmisch, aber die Luft ist wundervoll frühlingshaft-mild. Wir unternehmen lange Spaziergänge, auf denen wir fotografieren und die Ohren spitzen– viele Vogelstimmen sind zu hören, Eichhörnchen und erste Frühblüher (Buschwindröschen und Lungenkraut) zu sehen. Außerdem kündigt sich der lokal-kulinarische Star der nächsten Wochen an: Bärlauch! Der Wald ist bereits voller zartgrüner Blättchen, was sehr hübsch ist und außerdem bedeutet, dass in den nächsten Tagen Rezepte erdacht und gewälzt werden, um am kommenden Wochenende hoffentlich die Saison einzuläuten - denn wer könnte bei diesem Anblick widerstehen?


Heute allerdings dreht sich unsere Küche noch mal um eher winterliche Gemüse. Die Plätzchen sind eine abgewandelte vegane Version eines Rezeptes aus unserer Sammlung vegetarischer Kochbücher (Rose Elliot: Fein, leicht, vegetarisch). Sie sind puffer-ähnlich, allerdings aus vorher gekochten Kartoffeln. Das Wenden in Vollkornweizenmehl macht die Angelegenheit zusätzlich würzig und knusprig.


- für 4 Personen:

1 kg Kartoffeln
50 g Alsan-Margarine
1 kleiner Spitzkohl
6-8 Frühlingszwiebeln
50 g Vollkornweizenmehl
Olivenöl zum Braten
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Olivenöl und frischer Dill zum Garnieren

2 – 3 Rote Bete
2 kleine Zwiebeln
1-2 EL Agavendicksaft
1 EL Apfelessig

Die Rote Bete weich kochen, abkühlen lassen, die Schale abziehen und die Rote Bete in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln fein würfeln. Beides zusammen mit Agavendicksaft und Apfelessig in einer Schüssel vermischen. Beiseite stellen.

Die Kartoffeln schälen und in grobe Würfel schneiden. In einen Topf mit Wasser geben und in etwa 20 Minuten weich kochen. Kochwasser abgießen und die Kartoffelstücke mit der Margarine stampfen.

Den Spitzkohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl mit einem scharfen Messer in feine Streifen schneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Die Kohlstreifen in wenig kochendem Wasser etwa 5-6 Minuten garen, bis sie weich sind. Abgießen, zusammen mit den Frühlingszwiebeln zu den gestampften Kartoffeln geben und gut vermischen. Alles kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Von der Mischung einzelne Portion abnehmen und mit den Händen zu Plätzchen mit etwa 15 cm Durchmesser und 1,5 cm Höhe formen. Die Plätzchen In Vollkornweizenmehl wenden und in heißem Olivenöl von beiden Seiten knusprig braten. Auf vorgewärmte Teller geben und mit der Roten Bete und frischem Dill garnieren.


Sonntag, 24. Februar 2008

Paprikapizza


Hmmm! Am letzten Wochenende gab es eine köstliche Pizza, mit erlesenem Gemüse und einer sehr raffinierten Sauce – in den Hauptrollen: im Ofen geröstete rote Paprikaschoten und gebackener Knoblauch. Die Pizza-Anregung sowie das Original-Saucenrezept hatte ich im Blog von The Vegan Visitor bereits vor einigen Wochen erspäht und den festen Vorsatz gefasst, bald zur Tat zu schreiten. Das Ergebnis war so umwerfend gut, dass eine Neuauflage in Kürze wahrscheinlich scheint, möglicherweise mit anderen Gemüsevariationen obendrauf. Was aber auf jeden Fall super ist und unverändert beibehalten wird, ist die Idee, den Pizzaboden kurz (!) vorzubacken. Auf diese Weise wird er schön leicht und knusprig und weicht nicht durch.

- das Rezept reicht für 4 Pizzen mit ca. 25 cm Durchmesser -

für den Teig:

1 ½ Päckchen frische Hefe
1 TL Zucker
150-200 ml warmes Wasser
ca. 700 g Mehl (Type 550)
1 TL Salz
2 EL Olivenöl
1 TL Basilikum (getrocknet)
1 TL Oregano (getrocknet)

Hefe und Zucker im warmen Wasser auflösen, 10 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen (darauf achten, dass die Schüssel ausreichend groß ist – die Mischung wird sehr schaumig).
In einer weiteren Schüssel in der Zwischenzeit 500 g Mehl mit dem Salt vermischen. Die Hefemischung und das Olivenöl zugeben und verkneten. Nach und nach das restliche Mehl zugeben und unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebrig ist. Den Teig noch einige Minuten weiter kneten, dann vierteln und 4 Kugeln daraus rollen. 30 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 220 ºC vorheizen und Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teigkugeln zu 4 runden, dünnen Pizzaböden mit etwa 25 cm Durchmesser ausrollen. Auf die Backbleche legen und 2-3 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Herausnehmen, mit der Sauce (Rezept siehe unten) bestreichen und weitere 2-3 Minuten im Ofen backen. Wieder herausnehmen und mit Gemüse nach Wahl belegen (-ha!! Endlose Möglichkeiten!! Für die hier gezeigte Version jedoch: siehe noch weiter unten.). Mit etwas Salz und Pfeffer würzen und mit 1 TL Olivenöl beträufeln. Im Ofen in 10-12 Minuten fertig backen. Der Teig soll knusprig-gebräunt sein und das Gemüse gar.

für die Sauce:


Den Ofen auf 220 ºC vorheizen.
4 rote Paprikaschoten putzen und halbieren. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zwar so, dass die Schale nach oben zeigt.
1 große Knolle (!) Knoblauch waschen, die ganz äußere Schale abziehen und von der Spitze der Knolle ca. ½ cm mit einem scharfen Messer abschneiden (so kann man später den gebackenen Inhalt leicht herauspressen). In Alufolie wickeln, oben gut verschließen und zu den Paprikaschoten auf das Blech legen. Alles zusammen im Ofen backen, bis der Knoblauch sehr weich ist (Dauer ca. 45-50 Minuten) und die Schale der Paprikaschoten schwarz wird und Blasen wirft (geht etwas schneller!).

Die gerösteten Paprikaschoten in einen Plastik-Gefrierbeutel geben, verschließen und 10 Minuten liegen lassen. Dann die Paprika herausnehmen, die Haut abziehen und die Paprikahälften in Würfel schneiden. In eine Plastikschüssel geben.


Den gebackenen Knoblauch abkühlen lassen, aus der Alufolie nehmen und den Inhalt der Knoblauchzehen herauspressen. In die Schüssel zu den Paprikawürfeln geben.

folgende Zutaten hinzufügen und alles mit dem Stabmixer glatt pürieren:

3 EL Kapern
1-2 EL Olivenöl
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
evtl. etwas Salz

Unser Belag am vergangenen Samstag - hier abgebildet:


- frischer Spinat, in Olivenöl mit etwas Knoblauch gedünstet und mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer verfeinert
- ebenfalls in Olivenöl gebratene Austernpilze, mit Salz und Pfeffer gewürzt
- kleingeschnittene halbgetrocknete Tomaten
- frische grüne Paprikastreifen
- Kalamata-Oliven (entsteint)
- nach dem Backen noch einige Blättchen frisches Basilikum drüber streuen

Dazu: Salat und Rotwein. Guten Appetit!

Sonntag, 20. Januar 2008

Linguine mit mediterraner Fenchelsauce


Nachdem die Feiertage nun doch schon ein Weilchen vorbei sind, beschränken sich unsere größeren Kochaktionen momentan wieder auf das Wochenende. Unter der Woche gibt es aber durchaus auch Leckeres, wie hier gezeigt werden soll, vor allem dann, wenn wir wieder einmal ein neues Produkt entdecken, kaufen und ausprobieren. Diesmal, nach einem langen Arbeitstag: Sojaschnetzel, die in unseren US-amerikanischen Kochbüchern unter TVP = texturized vegetable protein geführt werden. Klingt suspekt, sieht im Cellophantütchen außerdem nach wenig aus, hat aber zubereitet eine köstliche Konsistenz. Super in Pastasaucen – gerade die feinere Schnetzelvariante gibt der Angelegenheit einen bologneseartigen Charakter. Und toll, wenn das Ganze mit frischen Kräutern vom Markt verfeinert wird! Mit Blick auf den Fenchel wäre alternativ zum Weißwein auch ein wenig Pernod zum Ablöschen denkbar, der aber auch kurz, bevor die Sauce fertig ist, zugegossen werden kann.


Für 3-4 Personen:

500 g Linguine
Salz für das Kochwasser

Fenchelsauce:

75 g getrocknete feine Sojaschnetzel
250 ml Gemüsebrühe
1 EL Sojasauce

Olivenöl
1 Knoblauchzehe, abgezogen und gepresst
2 mittelgroße rosa Zwiebeln, in sehr dünne Ringe geschnitten
2 Stangen Sellerie, in dünne Scheiben geschnitten

5 Zweige Thymian (Blätter)
2 EL grob geschnittene frische Rosmarinnadeln
8-10 Salbeiblätter, in schmale Streifen geschnitten
Weißwein zum Ablöschen

1 Fenchelknolle, in sehr dünne Scheiben geschnitten (geht am besten mit einem guten Gemüsehobel)
8 mittelgroße Tomaten, klein gewürfelt
3-4 EL Tomatenmark
80 g Kalamata-Oliven, entsteint und in Ringe geschnitten
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Die Sojaschnetzel in der Gemüsebrühe aufkochen. Sojasauce zugeben und alles bei kleiner bis mittlerer Hitze 15-20 Minuten garen, bis die Schnetzel weich sind. Gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit zugießen.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, Knoblauch, Zwiebeln und Stangensellerie darin anbraten. Die frischen Kräuter hinzufügen und kurz dünsten. Sojaschnetzel zugeben und einige Minuten braten (falls noch etwas Flüssigkeit von der Zubereitung der Sojaschnetzel übrig ist, kann sie ruhig mit in die Pfanne). Mit Weißwein ablöschen. Fenchel zugeben und alles weiter dünsten, bis das Gemüse beginnt, weich zu werden. Tomatenwürfel zugeben und bei mittlerer Hitze schmurgeln, bis Fenchel und Tomaten gar sind.

In der Zwischenzeit die Linguine nach Packungsanweisung in reichlich kochendem Salzwasser garen.

Olivenringe und Tomatenmark unter die Sauce rühren und nochmals kurz köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas zusätzlichem Olivenöl abschmecken.
Die Nudeln auf vorgewärmten Pastatellern verteilen und mit der Fenchelsauce anrichten. Nach Geschmack mit Hefeflocken bestreuen oder einen Klecks veganen Frischkäse (z.B. Tofutti Creamy Smooth) zugeben.

Samstag, 10. November 2007

Quittenstrudel


Quitten schienen mir bislang ein sehr geheimnisvolles Obst- regelmäßig beduftete im Spätherbst ein Exemplar unsere Wohnung und verströmte nebenbei eine sehr behagliche, vor-vorweihnachtliche Atmosphäre. Verarbeitet und gegessen wurde es letztlich nicht... mehr Deko als Delikatesse. Das sollte sich in diesem Jahr ändern! Obwohl sich die Frucht zusammen mit einem heimkehrenden, wunderschönen Kater natürlich äußerst fotogen ausnahm.
Trotzdem: Das Millennium-Kochbuch rief, wir folgten! In leichter Abwandlung des Originalrezeptes wurden die Quittenwürfel zunächst in Mandarinen- und Orangensaft mit Gewürzen und Zitrusschale mariniert und gebacken...


... bevor sie, gemeinsam mit gewürfelten Ingrid-Marie-Äpfeln und gehackten getrockneten Kirschen, von mehreren Schichten Filoteig umhüllt wiederum im Ofen Platz nahmen. Als wir uns das verheißungsvoll knusprig-braune Ergebnis (hier inmitten einer Lemon-Anglaise-Sauce) ansahen, gab's leider kein Tageslicht mehr, daher das funzelige Foto. Egal - Quitten sollte man unbedingt die Gelegenheit geben, auch mit ihrem Geschmack zu beeindrucken. Denn das fällt ihnen nicht schwer!

Das etwas abgeänderte Rezept:

  • 1 große Quitte, gewürfelt
  • Saft von 1 Orange und 2 Mandarinen
  • geriebene Schale von 1 Orange
  • 1-2 EL Agavendicksaft
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss

Alles vermischen und bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen backen, bis die Quittenwürfel weich sind, aber noch nicht zerfallen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, dann die folgenden Zutaten druntermischen:

  • 2 Äpfel, geschält und gewürfelt
  • 1 1/2 TL Zucker
  • 1 1/2 TL Pfeilwurzelmehl (oder Maisstärke)
  • 50 g grob gehackte getrocknete Kirschen

In einer kleinen Schüssel 1/2 TL Zimt und 3 EL Zucker vermischen.

Auf die Arbeitsfläche einen Bogen Backpapier legen.

  • 5 Blätter Filoteig (die einzelnen Blätter sollten aus der Packung genommen und sofort unter ein sauberes, feuchtes Küchenhandtuch gelegt werden, damit sie nicht austrocknen)
  • 6 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl

Ein Blatt Filoteig auf das Backpapier legen, mit Öl bestreichen und mit einem Teil des Zimtzuckers bestreuen. Das zweite Filoblatt genau darüber legen, wiederum mit Öl einpinseln und mit Zimtzucker besprenkeln. Mit den übrigen drei Filoblättern ebenso verfahren. Die Quitten-Apfel-Kirschenmischung auf dem Teig verteilen, zum Rand und vor allem nach oben hin aber Platz lassen, damit die Füllung beim Aufrollen nicht herausgedrückt wird. Vorsichtig den Strudel vom unteren Ende beginnend aufrollen und die Seiten einklappen. Mit Öl bestreichen und mit Zucker und Zimt bestreuen.

Mit dem Backpapier auf ein Backblech legen und bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen goldbraun backen (etwa 20-30 Minuten).

Sonntag, 4. November 2007

Purpur-Pizza oder Fliederfarbener Flammkuchen?


Ist der Backofen erst einmal angefeuert, gibt es kein Halten mehr, so scheint's. Diesmal herzhaft, eine vegane Pizza sollte her, das Rezept hatte uns aus dem ersten Kochbuch des Millennium-Restaurants in San Francisco allzu sehr angelacht...


Pizza also, ohne Käse, dafür bestückt mit in einer Fenchel-Balsamico-Mischung marinierten Feigen, karamelisierten roten Zwiebeln und Kalamata-Oliven, das Ganze auf einem knusprigen Hefeteig, in dem sich Knoblauch-, Kräuter- und Polenta-Beigaben verbargen. Als Belag-Basis auf dem Teig natürlich keine Tomatensauce, sondern ein gekräutertes Aioli aus Seidentofu mit reichlich gebackenem Knoblauch.

Während der Zubereitung und erst recht beim Verzehr stellten wir uns die Frage, ob "Pizza" tatsächlich die zutreffendste Bezeichnung für diese auch optisch sehr reizvolle Köstlichkeit sei - die durchaus an einen edleren Flammkuchen erinnerte.

Mit einem kalifornischen Zinfandel allerwärmstens empfohlen!

Montag, 29. Oktober 2007

Herbstglück, dein Name ist Apple Pie!


O.k., o.k. - das Backen ist seit Monaten zu kurz gekommen, hat sozusagen eigentlich nicht stattgefunden - Auftritt: goldener Oktober!
Auf dem Wochenmarkt und sogar in den lokalen Supermärkten alles voller Äpfel, Bio und in diversen Farb- und Formausführungen, und zur Abwechslung mal nicht um den halben Globus gereist. Süß duftend, fein säuerlich oder kräftig aromatisch - die wollen natürlich allesamt probiert werden, also ab damit in den Korb! Abgesehen vom
Rohschnabulieren, was kann man daraus wohl so
alles zubereiten, um den Herbst angemessen zu
feiern?
Nach kurzer Recherche war alles klar: Den Apple Pie aus dem Blog von The Village Vegan! Ändern mussten wir bloß die Margarine-Marke, da Earth Balance den Weg noch nicht nach Göttingen gefunden hat - stattdessen nahmen wir Alsan-S-Pflanzenmargarine, und siehe da, es schmeckte sehr prächtig.

Zum warmen Pie gern etwas geschlagene Soja-Schlagcreme mit Vanille und Zucker, Tee oder Kaffee - ein perfekter herbstlicher Spätnachmittag!