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Sonntag, 29. Juni 2008

Provençalische Gemüsegenüsse


Gestern Abend war DIESES schlicht und einfach genau das Richtige: Sommerlich-südfranzösisch anmutende Gemüsekollektionen auf knusprig-dünnem Hefeteig, der einen hohen Anteil leckersten Bio-Olivenöles sein Eigen nannte. Dazu einen knackigen Romana-Salat mit frischen, ungeschälten, aber gewürfelten Salatgurken und einer dreifachen Dosis Kräuter-Allerlei; bei uns vollendeten Schnittlauch und köstliches großblättriges Basilikum aus unserem liebsten Göttinger Bio-Laden (Boyer in der Burgstraße) das Ganze. Drauf (also auf den Salat) einfach Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, gutes Olivenöl und wenig Balsamessig (oder anderen Essig, nach Vorliebe) geben, fertig und gut! So lässt sich ganz problemlos ein fußballfreier Abend bestreiten – das stärkt gleichzeitig die Hoffnung für die Zeit nach der Europameisterschaft.

Nun aber zum Hauptakteur, dem leckeren, von uns so getauften provençalischen Gemüsekuchen! Das Rezept ergibt in etwa ein Blech, also Essen für 3-4 Leute.


- für den Teig:

- 300-350 g Mehl
- ½ Würfel frische Hefe
- etwas warmes Wasser
- ca. 1 gestrichenen TL Meersalz
- eine kräftige Prise Zucker
- nach Belieben etwas frisch geriebene Muskatnuss
- 100-110 ml Olivenöl


- fürs Obendrauf:

- 200-250 g frischer Spinat

- 400 g Kirschtomaten (wir hatten nur rote, gern dürfen aber auch ein paar hübsche gelbe dabei sein), größere Exemplare können halbiert werden, ansonsten gerne ganz lassen
- 100-150 g Artischockenherzen mit Kräutern, in Achtel geschnitten und zerpflückt
- 100 g gemischte grüne und schwarze Oliven mit Kräutern, entsteint und halbiert
- einige sonnengetrocknete, eingelegte Tomaten, in feine Streifen geschnitten
- Nadeln von 1-2 Zweigen frischem Rosmarin
- 2 Knoblauchzehen, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

- Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- etwas brauner Zucker
- etwas Olivenöl zum Beträufeln
- einige frische Basilikum- und Raukeblätter, grob zerpflückt


- und so geht’s:


Zuerst den Teig vorbereiten. Dafür in einer Schüssel Mehl mit Salz und ggf. geriebener Muskatnuss vermengen. Eine Mulde in den Mehlberg drücken, darein die Hefe bröseln, mit dem Zucker bestreuen und etwas warmes Wasser draufgießen. Den Muldeninhalt mit wenig Mehl vom Schüsselrand zu einem Vorteig verrühren, ein sauberes Geschirrtuch über die Schüssel stülpen und an einem warmen Ort (z.B. auf der sonnenbeschienenen Fensterbank) 15 Minuten gehen lassen.

Inzwischen den Spinat blanchieren. Dafür die Blätter putzen, in einen Durchschlag geben und mit kochendem Wasser zweimal nacheinander übergießen. Kurz abkühlen lassen, gut ausdrücken und die Blätter in Streifen schneiden. Die Stielansätze der Kirschtomaten abschneiden.

Dann weiter mit dem Teig! Das Olivenöl zu den anderen Teigzutaten in die Schüssel geben, etwas warmes Wasser dazu (Achtung, nicht zu viel auf einmal, lieber später noch einmal nachgießen) und den Teig zügig und kräftig durchkneten, bis er geschmeidig ist und sich vom Schüsselboden löst. Nach Bedarf Wasser oder Mehl hinzufügen. Die Schüssel wieder abdecken und den Teig 30 weitere Minuten gehen lassen (warmer Ort, na klar).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 225ºC vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und das Blech damit auslegen (nach Bedarf noch etwas in Richtung Rand / Ecken drücken). Mit einer Gabel einige Male einstechen. Die Kirschtomaten(hälften) auf dem Teig verteilen, mit etwas Salz, Pfeffer und Zucker bestreuen und je eine dünne Knoblauchscheibe drauflegen. Den Spinat zwischen den Tomaten verteilen, Artischocken, Olivenhälften und die getrockneten Tomatenstückchen ebenfalls. Rosmarinnadeln und restlichen Knoblauch drüber geben und alles mit wenig Salz, noch weniger Zucker, aber nach Belieben reichlich frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Im Ofen 20-30 Minuten backen. Wenn das Gemüse durch und der Teig lecker goldbraun ist, kann man das Werk herausnehmen und – mit etwas Rauke und Basilikum dekoriert – noch warm servieren. Nicht verkehrt dazu: Ein trocken-fruchtiger Rosé aus der Provençe!

Sonntag, 24. Februar 2008

Paprikapizza


Hmmm! Am letzten Wochenende gab es eine köstliche Pizza, mit erlesenem Gemüse und einer sehr raffinierten Sauce – in den Hauptrollen: im Ofen geröstete rote Paprikaschoten und gebackener Knoblauch. Die Pizza-Anregung sowie das Original-Saucenrezept hatte ich im Blog von The Vegan Visitor bereits vor einigen Wochen erspäht und den festen Vorsatz gefasst, bald zur Tat zu schreiten. Das Ergebnis war so umwerfend gut, dass eine Neuauflage in Kürze wahrscheinlich scheint, möglicherweise mit anderen Gemüsevariationen obendrauf. Was aber auf jeden Fall super ist und unverändert beibehalten wird, ist die Idee, den Pizzaboden kurz (!) vorzubacken. Auf diese Weise wird er schön leicht und knusprig und weicht nicht durch.

- das Rezept reicht für 4 Pizzen mit ca. 25 cm Durchmesser -

für den Teig:

1 ½ Päckchen frische Hefe
1 TL Zucker
150-200 ml warmes Wasser
ca. 700 g Mehl (Type 550)
1 TL Salz
2 EL Olivenöl
1 TL Basilikum (getrocknet)
1 TL Oregano (getrocknet)

Hefe und Zucker im warmen Wasser auflösen, 10 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen (darauf achten, dass die Schüssel ausreichend groß ist – die Mischung wird sehr schaumig).
In einer weiteren Schüssel in der Zwischenzeit 500 g Mehl mit dem Salt vermischen. Die Hefemischung und das Olivenöl zugeben und verkneten. Nach und nach das restliche Mehl zugeben und unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebrig ist. Den Teig noch einige Minuten weiter kneten, dann vierteln und 4 Kugeln daraus rollen. 30 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 220 ºC vorheizen und Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teigkugeln zu 4 runden, dünnen Pizzaböden mit etwa 25 cm Durchmesser ausrollen. Auf die Backbleche legen und 2-3 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Herausnehmen, mit der Sauce (Rezept siehe unten) bestreichen und weitere 2-3 Minuten im Ofen backen. Wieder herausnehmen und mit Gemüse nach Wahl belegen (-ha!! Endlose Möglichkeiten!! Für die hier gezeigte Version jedoch: siehe noch weiter unten.). Mit etwas Salz und Pfeffer würzen und mit 1 TL Olivenöl beträufeln. Im Ofen in 10-12 Minuten fertig backen. Der Teig soll knusprig-gebräunt sein und das Gemüse gar.

für die Sauce:


Den Ofen auf 220 ºC vorheizen.
4 rote Paprikaschoten putzen und halbieren. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zwar so, dass die Schale nach oben zeigt.
1 große Knolle (!) Knoblauch waschen, die ganz äußere Schale abziehen und von der Spitze der Knolle ca. ½ cm mit einem scharfen Messer abschneiden (so kann man später den gebackenen Inhalt leicht herauspressen). In Alufolie wickeln, oben gut verschließen und zu den Paprikaschoten auf das Blech legen. Alles zusammen im Ofen backen, bis der Knoblauch sehr weich ist (Dauer ca. 45-50 Minuten) und die Schale der Paprikaschoten schwarz wird und Blasen wirft (geht etwas schneller!).

Die gerösteten Paprikaschoten in einen Plastik-Gefrierbeutel geben, verschließen und 10 Minuten liegen lassen. Dann die Paprika herausnehmen, die Haut abziehen und die Paprikahälften in Würfel schneiden. In eine Plastikschüssel geben.


Den gebackenen Knoblauch abkühlen lassen, aus der Alufolie nehmen und den Inhalt der Knoblauchzehen herauspressen. In die Schüssel zu den Paprikawürfeln geben.

folgende Zutaten hinzufügen und alles mit dem Stabmixer glatt pürieren:

3 EL Kapern
1-2 EL Olivenöl
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
evtl. etwas Salz

Unser Belag am vergangenen Samstag - hier abgebildet:


- frischer Spinat, in Olivenöl mit etwas Knoblauch gedünstet und mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer verfeinert
- ebenfalls in Olivenöl gebratene Austernpilze, mit Salz und Pfeffer gewürzt
- kleingeschnittene halbgetrocknete Tomaten
- frische grüne Paprikastreifen
- Kalamata-Oliven (entsteint)
- nach dem Backen noch einige Blättchen frisches Basilikum drüber streuen

Dazu: Salat und Rotwein. Guten Appetit!

Sonntag, 4. November 2007

Purpur-Pizza oder Fliederfarbener Flammkuchen?


Ist der Backofen erst einmal angefeuert, gibt es kein Halten mehr, so scheint's. Diesmal herzhaft, eine vegane Pizza sollte her, das Rezept hatte uns aus dem ersten Kochbuch des Millennium-Restaurants in San Francisco allzu sehr angelacht...


Pizza also, ohne Käse, dafür bestückt mit in einer Fenchel-Balsamico-Mischung marinierten Feigen, karamelisierten roten Zwiebeln und Kalamata-Oliven, das Ganze auf einem knusprigen Hefeteig, in dem sich Knoblauch-, Kräuter- und Polenta-Beigaben verbargen. Als Belag-Basis auf dem Teig natürlich keine Tomatensauce, sondern ein gekräutertes Aioli aus Seidentofu mit reichlich gebackenem Knoblauch.

Während der Zubereitung und erst recht beim Verzehr stellten wir uns die Frage, ob "Pizza" tatsächlich die zutreffendste Bezeichnung für diese auch optisch sehr reizvolle Köstlichkeit sei - die durchaus an einen edleren Flammkuchen erinnerte.

Mit einem kalifornischen Zinfandel allerwärmstens empfohlen!